10 banale Gründe, warum neue, digitale Produkte floppen

Neue Produkte – alte Regeln. Diese 10 Stolperfallen kennt man in allen Verlagen. Selbst wenn sie mitunter neue Lieblingsideen zu Fall bringen, zahlt es sich nicht aus, sie zu ignorieren. Während der Ausarbeitung einer Online-Strategie hilft es, sie immer wieder Revue passieren zu lassen, um den einen oder anderen Aspekt nachzubessern.

  1. Das Produkt ist nutzlos. Ja, das klingt banal. Aber die Verfügbarkeit eines Produkts erklärt noch nicht seine Nützlichkeit. Ein E-Book, das keine zusätzlichen Funktionen aufweist, die von den Lesern/Usern als wirklich ungeheuer praktisch und einzigartig empfunden werden, ist unsinnig. Nicht der Mühe wert. Wenn es um digitale Produkte geht, wird der Leser zum User, das englische Wort useful bedeutet nützlich
  2. Das Produkt ist kompliziert. Wenn sich der Nutzen eines Produktes nicht in zwei kurzen Sätzen erklären lässt, ist es kompliziert. Die Steigerung ist möglich, wenn ein eigentlich sehr nützliches Produkt, kompliziert gemacht wird. Das schafft man beispielsweise mit einigen DRM-Systemen (DRM = Digital Rights Management), bei denen der User online sein muss, um das Produkt zu nutzen. Oder indem umständlich proprietäre Software installiert werden muss.
  3. Das Produkt schafft es nicht zum Leser/User. Das beste Produkt bringt nichts, wenn es seine Zielgruppe nicht erreicht. Wenn man beispielsweise digitale Produkte kreiert, muss man sich fragen, über welche Kanäle Zugriffe darauf generiert werden können. Und hier schließt gleich der nächste Punkt an:
  4. Das Produkt wird mit dem falschen Instrumentarium beworben. Digitales Marketing umfasst ein Wissen darüber, über welche Kanäle sich Zielgruppen informieren und mit welchen Tools sie angesprochen werden können, beispielsweise Google-Ads, Social-Media-Aktivitäten, Emails etc. Ein falsches Instrumentarium kann neben Kosten Ineffektivität generieren. Das ist dann auch oft die Ursache für den nächsten Punkt auf dieser Liste:
  5. Das Produkt macht keinen Spaß mehr. Die Anfangseuphorie verfliegt schnell, wenn man feststellt, dass sich der Erfolg nicht schlagartig einstellt. Folgeprodukte bleiben aus. Schade, damit holt man sich nur eine blutige Nase, wird aber kaum dem User vermitteln können, dass man innovationsfähig ist.
  6. Nachbesserungen am Produkt werden nicht eingeplant. Agilität als Teil der Strategie ist ein wesentlicher Faktor, um dem User Kontinuität und Lernbereitschaft zu signalisieren.
  7. Das sonst erfolgreiche Produkt wirft keinen Gewinn ab. Die gute Nachricht: Das ist besser, als ein erfolgloses Produkt. Die schlechte: Prozesse und Technik müssen schnell revidiert werden. Alternativ müssen Sekundär-Erlösquellen eruiert werden.
  8. Die Konkurrenz ist schneller. Digitale Produkte werden in wesentlich kürzerer Zeit realisiert als Print-Produkte. Priorität und Zeitschiene müssen konsequent verfolgt werden.
  9. Die Projektentwicklungslaufzeit liegt bei über 12 Monaten. Da ist schon intern und extern Schluss mit Begeisterung. Große Projekte mit langer Laufzeit sollten in Teilprojekte zergliedert werden. Auf diese Weise können überschaubare Time-to-Market und Agilität integriert werden und kleine Zwischenerfolge gewürdigt werden.
  10. Das neue Produkt ist da und keiner ist zuständig. Das ist dann normalerweise der Zeitpunkt, an dem ein Produktmanager eingestellt wird. Der soll sich dann damit auskennen. Das wird nur bedingt klappen. Spezifisches Know-how in Marketing, Design, Markenführung und User-Führung ist bei digitalen Produkten ebenso wichtig wie bei Print-Produkten.

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