Marketing-Lessons from the Grateful Dead – Fans first

„Jeder Marketeer kann etwas von Grateful Dead lernen,“ behauptet David Meerman Scott zum Auftakt seiner Buchpräsentation auf der SXSW Interactive 2011.

Die wichtigsten fünf Lektionen:

Lektion 1: Entwickle ein einzigartiges Geschäftsmodell.

Grateful Dead wichen von der gängigen Formel „bring ein Album raus, promote es mit einer Tour und verdiene an den Plattenverkäufen“ ab. Stattdessen positionierten sie sich als Touring-Band und folgten dem Geschäftsmodell „Money from Touring“. Jede Show war eine einzigartige Inszenierung.
Eine Analogie sieht Meerman Scott im Business-Modell von ZipCar (vergleichbar dem deutschen StattAuto oder schweizer Mobility). Statt Umsatz über längere Vermietungszeiträume wird hier auf flexible örtliche und zeitliche Verfügbarkeit gesetzt.

Lektion 2: Grateful Dead haben ihre Musik gratis angeboten.

Das Aufnehmen der Konzerte und die Weitergabe der Aufnahmen an andere Fans waren erlaubt.
Dieses FREE-Geschäftsmodell (das im Übrigen auch im Detail im Buch “Business Model Generation” erläutert wird, welches ich an dieser Stelle nochmals empfehlen möchte), haben sich mittlerweile einige bekannte Unternehmen zunutze gemacht. Meerman Scott führt den Email-Marketing-Lösungen-Anbieter MailerMailer als Beispiel an, der mit freien Angeboten die Anzahl von Kontakten mit potenziellen Kunden deutlich ausbauen konnte.

Lektion 3: Schicke Leute auf eine Odyssee.

Fans haben hunderte von Grateful Dead-Konzerten besucht und begleiteten die Band auf ihren Touren.
Ein ähnliches Prinzip verfolgte Burton Snowboards. Um Snowbarding in Ski-Ressorts zu etablieren, begaben sich Fangruppen regelmäßig in Ressorts, in denen Snowboarden untersagt war.

Lektion 4: Lebe Exzentrizität.

Exzentrik ist Ausdruck von Individualität und Selbstverwirklichung; was zu wenige Firmen zu nutzen verstehen. Grateful Dead brachte seinen Fans bei, Exzentrik auszuleben und zu genießen. Die amerikanische Brauerei New Belgium Brewing setzt mit ihren Kampagnen für ihr Bier Fat Tire (Slogan „Fat and Happy“) auf Sympathie-Effekte durch Exzentrizität.

Lektion 5: Do what you love.

Grateful Dead war authentisch, lebte und liebte einen Lifestyle und eine Musik, die sie mit ihren Fans teilte. Was kann überzeugender sein?
Sicher hatten Grateful Dead ihre Strategien und Geschäftsmodelle nicht bewusst geplant. Sie folgten ihrem Bauchgefühl. Und ihre Unternehmungen lesen sich wie aus dem Lehrbuch für Start-ups: Erste Mailing-Liste 1972, Entwicklung einer Fan-Gemeinde, Gratis-Geschäftsmodelle, eigenes Plattenlabel, eigener Ticket-Service. Und immer dem Grundsatz treu bleibend: Fans first.

Weiterführende Links

Zum Buch

Webinar der Buchautoren David Meerman Scott, Brian Halligan, Bill Walton zum Thema

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