Blog-Info

Kommunikation und Informationsvermittlung haben sich gewandelt – dank des Internet-Protokolls. Mit der Digitalisierung verändert sich die Gesellschaft und unser Verständnis von demokratischer Mitwirkung. Erwartungen an die Arbeitswelt und Vorstellungen von Sinn und Werten sind heute andere als in den Anfängen des Internet. Dabei sind wir noch immer erst am Anfang einer digitalen Revolution.

Ich arbeite seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn in einer besonders zähen und veränderungsresistenten Branche – der Medienbranche. Kaum eine Branche tut sich so schwer, die eigenen Geschäftsmodelle neu zu erfinden. Zu dick war die speckige Wohlstandskomfortzone etablierter Medienorganisationen, zu sicher das Selbstverständnis von Journalisten, denen doch die Interpretationshoheit wenn nicht über Gott und die Welt, so doch zumindest über ihr Themengebiet oblag – selbst wenn es sich um Trivialitäten des Alltags handelte, die sie in die Welt trugen. Selbstzufriedenheit bringt auch keine ehrgeizigen Manager hervor.

Die Welt bewegte sich trotzdem weiter. Sie pulsiert heute in sozialen Medien, Google, Smart Technologies, Industrie 4.0,  Big Data und Big Brother in the Clouds. Die wichtigsten Medien gehören heute Technologiefirmen.

Selbst für Fachinformationsanbieter wird es eng. Marketingsbudgets der Unternehmen fliessen in eigene Medienkanäle, in SEO und in Webinare. Web- oder Contentagenturen besetzen allmählich ein Geschäftsfeld, auf dem sich Fachverlage bis vor einigen Jahren noch ganz exklusiv tummelten. XING und LinkedIn vernetzen Nischen und schaffen das, was Fachverlage häufig zu wenig gepflegt haben: den direkten Kontakt zu den Branchenvertretern.

Das Traumpaar: Identität und Veränderung

Wenn heute junge Mitarbeiter die Generalannahme pflegen, dass Kollegen über vierzig keinen blassen Schimmer von digitalen Medien haben, dann erschüttert mich das immer wieder. Gleichzeitig sehe ich mich aber auch angehalten, der Generation eine Identität als digital Natives zuzugestehen. Was hat der Generationswechsel für Folgen?

Identität drückt sich in Haltungen aus. Haltungen können Veränderungen ermöglichen und fördern, Haltungen können Veränderungen aber auch blockieren und Unternehmen die Existenzgrundlage entziehen. Im Hinblick auf Veränderungsfähigkeit kann ich nicht pauschal generationsspezifische Unterschiede feststellen. So war ich oft dankbar, dass die Gelassenheit der Älteren mehr Veränderungsdynamik entfaltet als ein Hyperventilieren von Kollegen, die sich im sozialen Geflecht des Unternehmens noch nicht verorten können.

Es sind nicht die disruptiven Technologien, die Unternehmen gefährden. Es sind Menschen, die dafür sorgen, dass Chancen genutzt oder nicht genutzt werden können. Eine enorme Herausforderung für das Management.

Es ist nicht mehr damit getan, einmal im Jahr verdruckste Mitarbeitergespräche zu führen, Führen in Veränderungsprozessen ist viel mehr. Darum soll es – kurz gesagt – in diesem Blog gehen.

 

Mein Background – eine Kurzbio

Hochschulabschluss Germanistik, Philosophie und Politische Wissenschaften in Berlin. Seit 1991 im Verlagsbereich tätig, Volontariat im Buchverlag, IWT Verlag in Vaterstetten. Mein erstes Lektorat über das Binäre Zahlensystem! Ich bin nicht davongelaufen.

Der weitere berufliche Werdegang war von freiwilligen und unfreiwilligen Veränderungen geprägt. In die Kategorie „unfreiwillig“ gehören diverse Verlagsverkäufe, die meine berufliche Biografie beeinflusst haben, das Platzen der Dot-Com-Blase und eine Heuschreckenplage. Die freiwilligen Veränderungen haben mit Mut oder Leichtsinn zu tun – das muss ich mir noch überlegen. Sicher bin ich mir aber in diesem Punkt: Medien erfordern Wandel – permanent.

Weiter in Stichworten: Herstellerin bei IWT/MITP (der Buchverlag wurde an International Thomson Publishing verkauft), erste Buchveröffentlichung zu MS Word 5.5 und Übersetzungen von Computerhandbüchern aus dem Amerikanischen. Lektorin und Programmleiterin bei Markt+Technik, anschließend freiberufliche Autorin, Redakteurin, Übersetzerin und Beraterin, in dieser Zeit diverse Buchveröffentlichungen und Übersetzungen im IT-Umfeld und Artikel für diverse Magazine. Seit 2000 Chefredakteurin und Geschäftsführerin bei „Internet Cool Guide“ (hier nun die Dot-Com-Blase), Chefredakteurin VNUnet, etwas später Verlagsleiterin Online bei VNU Business Publications Deutschland , danach Gesamtverlagsleiterin für VNU (Publikationen: PC Professionell, Internet Professionell, Computer im Mittelstand, Gizmodo.de, testticker.de, TheInquirer.de, IT-im-Unternehmen.de u.a.), abschließend Liquidation durch 3i. Wechsel zu AZ Medien AG/Schweiz als Verlagsleiterin Zeitschriften. Nach zwei Jahren freiberuflicher Tätigkeit als Verlagsberaterin Rückkehr in  den Verlag als Verlagsleiterin/Mitglied der Geschäftsleitung bei Konradin Medien GmbH (Special-Interest-Zeitschriften bild der wissenschaft, DAMALS und natur). Seit 2013 bis Ende 2015  Leiterin des Verlagsbereichs/Mitglied der Geschäftsleitung der galledia ag in Zürich.

Aktuell in einer Phase der Neuorientierung – offen für Projekte, Workshops und Beratungen.

Diverse Vorträge für die Deutsche Fachpresse, Medieninstitut Verband Schweizer Medien und Akademie des Deutschen Buchhandels u.a. zu denThemen Online-Geschäftsmodelle, Print-Online-Organisation, Online-/Print-Redaktion.

Präsentationen & Downloads auf Slideshare

In diesem Blog vertrete ich private Meinungen.

Kontakt siehe hier.

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