Archiv der Kategorie: Wandel

Kommentar zum Kongress der Deutschen Fachpresse 2011 – Veränderung beginnt im Kopf


„Etwas mehr Begeisterung, bitte!“ Das würde ich gerne so manchem Kollegen aus der Verlagsbranche auf den Weg geben. Klar, es gibt keine fertigen Rezepte. Sicher, die Situation ist komplex. Und zugegeben: Was sich letztlich durchsetzen wird, ist noch offen. Aber Begeisterung für eine Sache war schon immer der erste Motivator für die Entwicklung großartiger Ideen. Weiterlesen

„Wer sich zuerst bewegt, hat verloren“ – Fachmedien in den Spannungsfeldern ihrer Existenz

Mal ganz pauschal: Fachmedien hätten ja eigentlich euphorischer auf die Digitalisierung der Medien reagieren können. Fachinformation und Internet – da fächern sich doch die Optionen nur so auf: Targeting, Communities, Long-Tail-Geschäftsmodelle, exklusive Datenbanklösungen, Lead-Generierung, E-Conferencing, E-Learning – alles inzwischen out of the box, vom User gelernt, gewünscht, vermisst. Kein Grund über Dinosaurier-Mentalität zu unken. Fachmedien existieren häufig in einer Art „Mediatop“, dessen Ökosystem auf einer sensiblen Balance diverser Einflussnehmer beruht. Weiterlesen

Klarseher und Media-Eminenz Barry Diller im Interview auf der SXSW

Ein Mann, der auf den Punkt kommt: Barry Diller ist eine graue Eminenz hinter den Medien-Kulissen. Aktuell agiert er als Expedia-Vorstandsvorsitzender. Bis Dezember war er CEO von IAC, einem Unternehmen, das über 50 Internet-Unternehmen beherbergt, darunter Match. com, Citysearch, The Daily Beast, Vimeo, Ask.com. Vor der Gründung IAC war er tätig für ABC Entertainment, Fox. Inc, QVC, Paramount Pictures Corporation, zu deren Gruppe wiederum Unternehmen wie Simon & Schuster und SEGA Enterprises gehörten. Keine Frage, Barry Diller hat in den letzten 20 Jahren diverse Transformationen in der gesamten Medienlandschaft mitgeprägt. Weiterlesen

Die Kunst zu betören : Ein 10-Punkte-Programm nach Guy Kawasaki

Guy Kawasaki sprach in Anlehnung an sein neues Buch,”Enchantment”, über die Kunst, Kunden, Produkte und Mitarbeiter positiv zu beeinflussen. Für diese umfassende Form der Positivbeeinflussung verwendet er den Begriff Enchantment (dt.: Bezauberung, Betörung). Enchantment besteht aus drei Komponenten: vertrauen, gefallen und erfreuen (Trust, Likeability, Delightfulness). In 10 Kernpunkten beschreibt Kawasaki in seiner Rede auf der SXSW Interactive 2011 das „Echantment-Instrumentarium“- eine nette Mischung aus Lebenstipps, Management-Basics und Verkäufer-Know-how. Weiterlesen

SXSW 2011: Verkäufer oder Reporter? Unternehmen als Publisher

Man setze einen „traditionellen Journalisten“ (Tom Ashbrook) mit ein paar Marketingleuten diverser Unternehmen zusammen und lasse sie über das Spannungsverhältnis zwischen Journalismus, Corporate Press und Social Media diskutieren. Zündstoff garantiert. Ergebnisse kaum.
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SXSW Interactive 2011 – 1. Tag: Tim O’Reilly und Marissa Mayer: Innovation & Business

“Innovation happens when people are having fun” – mit diesem Satz formulierte Tim O’Reilly am ersten Tag der SXSW Interactive in Austin quasi den Spirit der jährlich populärer werdenden Konferenz, die bereits vor über 10 Jahren als Multimedia-Konferenz als Anhängsel des SXSW Music-& Film Festivals ihre Anfänge hatte. Innovation ist vorerst Sache der Inspiration und visionärer Ideen – so der Kontext, in dem O’Reilly formulierte, und er legte nach: „Google lost its way by caring too much for the business vs. the users“. Damit gab er quasi die Bühne frei für Googles Marissa Mayer. Ihr Thema: Location, Location, Location! Weiterlesen

Traurige Wahrheiten über das böse K-Wort

KONTROLLE ist die offene Wunde traditioneller Medienmacher: Wie pockenartige Eiterbeulen befällt Kontrollverlust Inhalte, Rechte, Erlösmodelle, Kommunikation, Zielgruppen, Vertrieb, Preisgestaltung etc. Man hat sich fast an das bereits Jahrzehnte währende Hintergrundrauschen der immer gleichen Argumente gewöhnt, diverse Dissertationen und brave Diplomarbeiten haben diesen Komplex ebenfalls gründlich aufgearbeitet, während die einschlägig bekannten Akteure auf diversen Medienkonferenzen regelmäßig den Ritus der Anrufung von Staat, Recht und Moral zelebrieren. Fazit: Es hilft nicht. Die digitale Welt dreht sich ungerührt weiter. Weiterlesen

E-Book Learnings 2010 – Ergebnisse der 3. E-Book-Konferenz der Akademie des Deutschen Buchhandels

Das dichte Vortragsprogramm der 3. E-Book-Konferenz der Akademie des Deutschen Buchhandels vermittelte einen Snapshot der Entwicklungen rund um das Thema E-Book in Deutschland. Vorausgeschickt sei Entwarnung: Das stationäre Geschäft wird in Deutschland noch einige Jahre relativ unbeeinträchtigt von der Digitalisierung eine Hauptrolle spielen (Dr. Klaus Driever, Weltbild). Das rege Teilnehmerinteresse signalisierte dennoch Dringlichkeit und Bedürfnis nach Orientierung. Aber warten die Leser wirklich auf Apps und Enhanced E-Books? Weiterlesen

Das „soziale Buch“ und seine Anforderungen an Verlag und Autor

Die klassische Rolle der Verlage als Gatekeeper, die ein Inhalteangebot sondieren, selektieren, optimieren und zu erfolgreichen Produkten entwickeln, wird sich auch in den Zeiten des digitalen Selfpublishings nicht wandeln. So der heute häufig flüssig formulierte Tenor einschlägiger Debatten über die Effekte einer sich entwickelnden Selfpublishing-Kultur.

Dagegen hält die These: Die neue Form einer hoch vernetzten Graswurzelkonkurrenz entfaltet ihre Wirkung außerhalb der klassischen Distributions- und Marketing-Kanäle, in einer Umgebung, in der neue Player zu neuen Bedingungen Reichweiten generieren und in der Verlage in Zukunft eine marginale Rolle spielen werden (Felix Schwenzel).

Diese beiden Positionen plustern sich auf den ersten Blick als Pro und Contra zu der nur noch halb-provokanten Frage auf: „Brauchen wir noch Publisher?“ Die Wahrheit liegt – wie meistens – auf einer weniger akademischen, sondern vielmehr praktischen Ebene: Autoren und Verlage müssen mit der Entwicklung diversifizierter, digitaler Publikationsformen neuen Anforderungen genügen, die weder durch bestehende Aufgabenverteilungen im Publishing-Prozess, noch durch Honorierungsmodelle, noch durch klar umrissene Refinanzierungsmodelle dekliniert worden sind. Weiterlesen

Aufwärmen statt warm anziehen – Online-Medien-Kompetenz im Verlag organisch entwickeln

Viele Marketing- und Kommunikationsabteilungen und sogar Redaktionen haben sich aus verschiedenen Gründen sehr zurückgehalten bei der Entwicklung spezifischen Know-hows über das Publizieren in digitalen Medien.

Mit Teams, denen Grundlagenwissen, Selbstvertrauen und Erfahrung fehlt, neue digitale Produkte zu entwickeln, die möglicherweise noch einen höheren Komplexitätsgrad als traditionelle Produkte aufweisen, sind neue Projekte häufig für alle Seiten frustrierend – für das Team selbst, für das Management und für die Dienstleister.

Die Folge einer solch schwierigen Ausgangssituation sind dann zu lange Entwicklungszeiten, zu viele Nachbesserungswünsche, Diskussionen um Lösungen und Kosten, Schuldzuweisungen an die Technik und leider schließlich auch  erfolglose Einzelprodukte, die zudem in der Entwicklung mehr Ressourcen benötigt haben, als ursprünglich geplant war. Weiterlesen