Traurige Wahrheiten über das böse K-Wort

KONTROLLE ist die offene Wunde traditioneller Medienmacher: Wie pockenartige Eiterbeulen befällt Kontrollverlust Inhalte, Rechte, Erlösmodelle, Kommunikation, Zielgruppen, Vertrieb, Preisgestaltung etc. Man hat sich fast an das bereits Jahrzehnte währende Hintergrundrauschen der immer gleichen Argumente gewöhnt, diverse Dissertationen und brave Diplomarbeiten haben diesen Komplex ebenfalls gründlich aufgearbeitet, während die einschlägig bekannten Akteure auf diversen Medienkonferenzen regelmäßig den Ritus der Anrufung von Staat, Recht und Moral zelebrieren. Fazit: Es hilft nicht. Die digitale Welt dreht sich ungerührt weiter. Weiterlesen

E-Book Learnings 2010 – Ergebnisse der 3. E-Book-Konferenz der Akademie des Deutschen Buchhandels

Das dichte Vortragsprogramm der 3. E-Book-Konferenz der Akademie des Deutschen Buchhandels vermittelte einen Snapshot der Entwicklungen rund um das Thema E-Book in Deutschland. Vorausgeschickt sei Entwarnung: Das stationäre Geschäft wird in Deutschland noch einige Jahre relativ unbeeinträchtigt von der Digitalisierung eine Hauptrolle spielen (Dr. Klaus Driever, Weltbild). Das rege Teilnehmerinteresse signalisierte dennoch Dringlichkeit und Bedürfnis nach Orientierung. Aber warten die Leser wirklich auf Apps und Enhanced E-Books? Weiterlesen

Das „soziale Buch“ und seine Anforderungen an Verlag und Autor

Die klassische Rolle der Verlage als Gatekeeper, die ein Inhalteangebot sondieren, selektieren, optimieren und zu erfolgreichen Produkten entwickeln, wird sich auch in den Zeiten des digitalen Selfpublishings nicht wandeln. So der heute häufig flüssig formulierte Tenor einschlägiger Debatten über die Effekte einer sich entwickelnden Selfpublishing-Kultur.

Dagegen hält die These: Die neue Form einer hoch vernetzten Graswurzelkonkurrenz entfaltet ihre Wirkung außerhalb der klassischen Distributions- und Marketing-Kanäle, in einer Umgebung, in der neue Player zu neuen Bedingungen Reichweiten generieren und in der Verlage in Zukunft eine marginale Rolle spielen werden (Felix Schwenzel).

Diese beiden Positionen plustern sich auf den ersten Blick als Pro und Contra zu der nur noch halb-provokanten Frage auf: „Brauchen wir noch Publisher?“ Die Wahrheit liegt – wie meistens – auf einer weniger akademischen, sondern vielmehr praktischen Ebene: Autoren und Verlage müssen mit der Entwicklung diversifizierter, digitaler Publikationsformen neuen Anforderungen genügen, die weder durch bestehende Aufgabenverteilungen im Publishing-Prozess, noch durch Honorierungsmodelle, noch durch klar umrissene Refinanzierungsmodelle dekliniert worden sind. Weiterlesen

Zarrellas Social-Media-Marketing-Tipps als Gratis-Ebook-Download

Update zum Update: Der O’Reilly-Verlag bietet die besten Tipps aus Dan Zarrellas „Social Media Marketing Buch“ als kostenfreies EBook an. Die komprimierte Zusammenstellung bietet eine Art Schnellübersicht der best practices für die verschiedenen Plattformarten wie soziale Netzwerke, Blogs, Microblogging, Social News and Bookmarking, Foren etc. Der Autor hat vor allem Unternehmen im Fokus, die in das Thema Social Media Marketing einsteigen. Insofern sind diese Tipps als erste Hinweise auf dem Weg in ein Engagement in sozialen Medien zu verstehen.

Aufwärmen statt warm anziehen – Online-Medien-Kompetenz im Verlag organisch entwickeln

Viele Marketing- und Kommunikationsabteilungen und sogar Redaktionen haben sich aus verschiedenen Gründen sehr zurückgehalten bei der Entwicklung spezifischen Know-hows über das Publizieren in digitalen Medien.

Mit Teams, denen Grundlagenwissen, Selbstvertrauen und Erfahrung fehlt, neue digitale Produkte zu entwickeln, die möglicherweise noch einen höheren Komplexitätsgrad als traditionelle Produkte aufweisen, sind neue Projekte häufig für alle Seiten frustrierend – für das Team selbst, für das Management und für die Dienstleister.

Die Folge einer solch schwierigen Ausgangssituation sind dann zu lange Entwicklungszeiten, zu viele Nachbesserungswünsche, Diskussionen um Lösungen und Kosten, Schuldzuweisungen an die Technik und leider schließlich auch  erfolglose Einzelprodukte, die zudem in der Entwicklung mehr Ressourcen benötigt haben, als ursprünglich geplant war. Weiterlesen

Fallbeispiel: Aufwärmstrategie „Bloggen statt Portal“

Die Redaktionsteams eines Fachzeitschriftenverlages steckten fest. Seit Stunden saßen sie mal wieder in einem Meeting und diskutierten die Entwicklung eines neuen, großen Informationsportals. Wie immer ging es um Zuständigkeiten und die Frage, wie das wohl technisch zu lösen sei. Weiterlesen

Update: Dan Zarrellas „Social Media Marketing Buch“ in Deutsch…

…oder: Von den Herausforderungen einer Lokalisierung für den deutschen Markt.

Nachdem ich im Frühjahr über Dan Zarrellas „The Social Media Marketing Book“ gestolpert bin (siehe Buchempfehlung), kamen die Kolleginnen von O’Reilly in Köln mit dem Vorschlag einer Lokalisierung für den deutschen Markt auf mich zu.

Inzwischen ist es erhältlich – ein schlankes, nützliches Buch, das es uns jedoch nicht ganz leicht gemacht hat. Weiterlesen

Dynamisches Projekt-Management für digitale Produkte im Verlag (Teil 1)

Bücher und Magazine werden seriell hergestellt. Jede einzelne Publikation hat einen klar definierten Status „fertig“. Bei digitalen Produkten verhält sich dies grundlegend anders. Die Implikationen für das Projektmanagement werden häufig nicht berücksichtigt. Weiterlesen

Aufgaben eines dynamischen Projekt-Managements für digitale Produkte (Teil 2)

Im 1. Teil dieses Artikels wurde ausgeführt, dass ein Projektmanagement für digitale Produkte nicht bei der technischen Fertigstellung eines Produkts stehen bleiben darf. Stattdessen muss eine ganze Reihe weiterer Reviews und Anforderungen an die verschiedenen Fachabteilungen gehandelt werden, um die es hier im Detail geht. Weiterlesen

Agile Methoden im Pflichtenheft-Verlag

Kosten und Projektlaufzeit für neue digitale Produkte geraten trotz detaillierter und hart erarbeiteter Pflichtenhefte gern aus den Fugen – ebenso die sich anschließenden Diskussionen über Nachbesserungen und Mehrkostenübernahmen. Dem Konzept des Pflichtenheftes setzt die Software-Entwicklung seit den 90er Jahren so genannte Agile Methoden entgegen. Die Steuerungs- und Kommunikationsmethoden agiler Vorgehensweisen stellen traditionell arbeitende Verlagsteams vor besondere Herausforderungen; doch sie können eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Kulturen inhalte-getriebener Verlage und technologie-getriebener Medienunternehmen schlagen.  Weiterlesen

Design- und Usability-Checkliste für E-Publikationen

Worauf kommt es bei einem Design-Briefing für E-Books oder interaktive Bücher an? Welche Maßstäbe gelten bei der Beurteilung einer Benutzeroberfläche? Intuitiv haben auch Techniklaien ein Verständnis davon, ob eine Benutzerführung funktioniert und oder ob sie eher Verwirrung stiftet, aufregt oder altmodisch wirkt. Die folgende Checkliste soll helfen, diese Wahrnehmungen zu konkretisieren und Punkt für Punkt zu analysieren.

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Kleingarten Online-Abteilung?

Wer kennt nicht mindestens eine Schauergeschichte dieser Art: Hunderttausende wurden seit den neunziger Jahren für obskure Contentmanagementsysteme oder überdimensionierte und mit den Jahren nicht mehr administrierbare Datenbankkonstrukte verbrannt. Oder man beschäftigte jahrelang Programmierer oder so genannte Webpublisher, die zwar nach besten Kräften wirken, aber keiner versteht eigentlich so genau, was diese Leute treiben und was das unterm Strich bringt. Oft sind inzwischen aus den ehemaligen Innovationstreibern frustrierte Einzelkämpfer mit sauber abgesteckten Kleingärten geworden. Von der wirtschaftlichen Effektivität solcher jahrelangen Engagements ganz zu schweigen. Weiterlesen

Schuld ist die Technik… Das ist ja mal was Neues

Kaum ein Bereich hat sich in den letzten 15 Jahren so vehement revolutioniert wie die Tools zur Webentwicklung.  Eine Konstante ist jedoch geblieben: Das Jammern über die Technik. Sie ist zu kompliziert, zu teuer, zu langsam, zu unzuverlässig. Aus meiner Sicht liegt eine der Hauptursachen für ein solch unbefriedigendes Szenario in der Tatsache, dass viele Entscheider zu wenig über IT wissen und ihre Mitarbeiter mitunter in abstruse Situationen treiben. Dies ist meine persönliche  Best-of-Liste. Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Das Wesentliche herausarbeiten

Das Basisgeschäftsmodell muss in der Online-Strategie klar formuliert werden. Seine Erfolgsfaktoren sind Maßstab und Triebfedern aller Initiativen im Unternehmen. Ohne diesen Schub fallen neue Ideen gar zu schnell der immensen Bremswirkung langjähriger Routinen zum Opfer. Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Ein Phasenmodell

Medienunternehmen sind mit ihren Online-Produkten selten originell. Echte Innovationen werden seit Jahren von technologie-getriebenen Unternehmen geleistet. Medienunternehmen adaptieren dann Applikationen oder kaufen vorhandene Plattformen wie beispielsweise StudiVZ. Es gibt also keinen Grund, originell zu sein. Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Einschätzung des eigenen Potenzials

Gerne werden Strategiesitzungen eingeläutet mit der beliebten Methode „Zielkreuz“. Hier geht es um die durchaus zentralen Fragen: Wozu tun wir das? Für wen tun wir das? Was soll in der zu Verfügung stehenden Zeit erreicht werden? Woran messen wir das Ergebnis? Bei Online-Projekten dreht sich jedoch das Meiste um die Frage: Können wir das? Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Identifikation und Bewertung genutzter Online-Services

Die Definition von direkter und indirekter Konkurrenz zum eigenen Medienangebot ergibt sich in der Regel aus der Wahrnehmung der redaktionellen Nähe zu anderen Medien sowie aus der Wahrnehmung von Anzeigenkunden, die einem Medium einen bestimmten Platz im Marketingmix zuweisen – ggf. unterstützt von diversen Marktstudien. Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Das Nutzungsprofil

Während sich Schritt 1 dieser Vorgehensweise die Leser kategorisierte und Schritt 2 eine Übersicht über die Mischung von Informationskanälen und ihren Erlösquellen im Konkurrenzumfeld herstellte, soll Schritt 3 eine Nahaufnahme des Nutzungsprofils – im Unterschied zum Nutzerprofil! – vornehmen. Weiterlesen