Schlagwort-Archive: Change

Was heisst hier cool?

Anbiedernder Bespassungszwang oder Ausdruck eines Wertewandels? „Mitarbeiter wollen in coolen Unternehmen arbeiten“, wie Ivo Furrer, CEO Swiss Life Schweiz, in einem hervorragenden Referat über den Digitalisierungsprozess bei Swiss Life* feststellte. Sicher, Coolnessfaktoren wie schicke Arbeitserlebniswelten statt konventioneller Büros, Collaboration statt Mitteilungskultur oder autonome Ergebnisorientierung statt Arbeitszeitkontrolle liegen voll im Trend und werden gerne herausgestellt von Unternehmen, die sich attraktiv und innovativ geben wollen.

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Das Tuwort von Führung heißt führen

Digitalisierung drängt Manager aus ihren Komfortzonen. Achtung Buzzword-Attacke: Arbeiten 4.0, neue Führung, digitale Transformation, die agile Organisation, Collaboration, Coworking, Crowdworking, Colab Spaces, Telepresence, Common Ground, flexible Arbeitsmodelle. So, damit dürfte nun allen SEO-Experten, die sich auch mir regelmäßig als Berater aufdrängen, genüge getan sein. Aber auch sonst beschäftigen uns diese Begriffe. Weiterlesen

Placebo-Strategien

Integre Führung ist unabdingbar in Erneuerungsprozessen.

PlaceboDas Unternehmensselbstbild findet sich elegant formuliert auf der Homepage. Die wichtigsten Schlagworte sind auf hübsch gebrandete Tassen gedruckt. Die Kommunikationsabteilung schreibt anspornende Lust-auf-Innovation-Abbinder unter die Medienmitteilungen. Das Management wiederholt in jeder Veranstaltung die wichtigsten Merksätze zur Strategie. Die Bürowände sind verziert mit bunten Graphical-Recordings diverser Strategie-Workshops… Und dann meldet sich wieder ein Mitarbeiter während der Q&A-Session zu Wort und fragt schamlos: „Was haben wir eigentlich für eine Strategie?“ Weiterlesen

Entkernung

Sanfte Veränderung erfordert nachhaltiges Handeln. Stattdessen geben sich Digital-Verantwortliche die Klinke in die Hand. Ich habe heute einen guten Teil des Vormittags damit verbracht, dabei zuzuschauen, wie ein Haus entkernt wurde (kostbarer Müssiggang!), also  Abriss bis auf die Fassade. Hübsche Parabel für Veränderungen im Unternehmen, dachte ich. Dann legte ich das Thema vorübergehend beiseite, denn… Weiterlesen

Werte

Unternehmen verordnen sich Werte: Klar, ein gemeinsames Verständnis von Regeln der Interaktion ist immer gut. Bei solchen Werten handelt es sich um Formulierungen, auf die man sich einigt und die ein ethisches Grundgerüst im alltäglichen Arbeitsleben darstellen, Verhaltensspielräume abstecken oder auch Zielorientierung vermitteln.  Soweit alles gut und schön.

Dann der Alltag…

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Veränderungen leben oder einfach nur „betroffen sein“?

Organisationen bilden sich aus Individuen. Und diese Individuen sind im Allgemeinen eigentlich nicht besonders scharf auf Veränderungen. Menschen suchen Stabilität, Sicherheit, Vorhersehbarkeit. Veränderungen schaffen das Gegenteil davon. Sie stürzen diejenigen, die mit Veränderungen umgehen müssen, in mitunter tiefgreifende Krisen. Weiterlesen

Viel zu beschäftigt für Innovation

Letztens schlich ich auf der Autobahn wieder einmal kilometerlang einem selbstversunkenen Linksfahrer hinterher. Die meditative Fahrweise gab mir Gelegenheit, zu diversen Szenarien in der Arbeitswelt abzuschweifen, in denen das Ausblenden anderer „Verkehrsteilnehmer“ ebenso selbstverständlich geworden ist. Weiterlesen

Innovatoren auf der Bremse oder „in den 90ern war alles besser“

Mir sind in den letzten Jahren immer wieder Kollegen begegnet, die als ehemalige Vordenker und –kämpfer für digitale Geschäftsmodelle in ihren Verlagen allmählich diese unangenehme Attitüde der Entrechteten und Übergangenen an den Tag legen. Man nimmt ihnen Kontrollbefugnisse, beschneidet Kompetenzen und macht ihnen neuerdings Vorschriften. Der sorgfältig gehegte und durchlittene halbprivate Abenteuerspielplatz der „Internetverantwortlichen“ und „Webmaster“ wird zu einer öffentlichen Veranstaltung. Weiterlesen

Buchempfehlung: Social Location Marketing von Simon Salt

Foursquare, Gowalla, Friendticker, Facebook, Google – sie alle tun es. Sie orten mobile Nutzer und bieten ihnen lokale Informationen und Services. Social Media-Experte Simon Salt erklärt Nutzermotivationen, Funktionsweisen der Location Based Services und die umfassenden Implikationen der sozialen Aspekte solcher Applikationen für Unternehmen. Weiterlesen

Kulturwandel folgt auf Veränderung – nicht umgekehrt

„Unternehmen müssen ihre Kultur verändern“. Gut, dass wir darüber einmal sprechen. Was genau muss sich denn ändern? Mögliche Antworten: „Mehr Transparenz! Weniger Kontrolle! Mehr Aufgeschlossenheit! Flachere Hierarchien! Mehr Eigenverantwortung! Mehr Vernetzung! Modernere Technik!“ Diese Liste ließe sich noch um viele weitere Punkte erweitern, aber das bringt so nichts. Weiterlesen

Buchmesse 2011: Wie wäre es mit Innovation durch Kooperation?

Verlage waten bei ihren Innovationsaufgaben häufig durch den Morast starrer Strukturen, die schnelle Transformation zu neuen Workflows und neuen Produkten ausbremsen.

Derweil erblüht eine neue, kreative Start-up-Szene, die einfach macht. Also Augen auf – neue Chancen für Kooperationen! Weiterlesen

Vortragsskript: Fachmedien in der digitalen Welt – Die Bedingungen neuer, digitaler Geschäftsmodelle für Fachmedien

Die Frage nach der zukünftigen Monetarisierung von Fachinformationen ist nicht mit dem vorgreifenden Erfinden neuer Erlösmodelle zu beantworten, sondern die Antwort ist nur in einer mutigen, aufgeschlossenen und ganzheitlichen Herangehensweise an Veränderungen herauszufinden.

Dies ist meine These, der viele traurige Geschichten um vereinzelte Initiativen oder isolierten Produkt-Entwicklungen im digitalen Umfeld in ansonsten traditionell operierenden Fachinformationsverlagen zugrundeliegen. Weiterlesen

Vortrag AKEP Jahrestagung 2011: Durchstarten oder Crashkurs – auf dem Weg zum medial diversifizierten Verlag

Crashkurs hat einerseits die Wortbedeutung Intensiv- oder Schnell-Kurs, andererseits steht es auch für Kollisionskurs. Sich schnell und flexibel im Unternehmen auf Veränderungen einstellen zu können, setzt Change-Routine voraus. Nur die wenigsten print-fokussierten Medienhäuser haben – im Gegensatz zu den meisten Technologie-Unternehmen – eine Kultur des Wandels etabliert. In solchen von langjährigen Traditionen geprägten Umgebungen sind Veränderungen nicht ohne innere und äußere Konflikte denkbar. Veränderungen erzeugen Unbehagen, Unsicherheiten, Reibungen, Trauer. Das ist unbequem und kann sich sogar zu existenziellen Risiken hochschaukeln. Aber Veränderungen können auch einen Spirit des Aufbruchs und neuer Motivation erzeugen. Und um die Bewältigung dieser Gratwanderung soll es im Folgenden gehen. Weiterlesen

Kommentar zum Kongress der Deutschen Fachpresse 2011 – Veränderung beginnt im Kopf


„Etwas mehr Begeisterung, bitte!“ Das würde ich gerne so manchem Kollegen aus der Verlagsbranche auf den Weg geben. Klar, es gibt keine fertigen Rezepte. Sicher, die Situation ist komplex. Und zugegeben: Was sich letztlich durchsetzen wird, ist noch offen. Aber Begeisterung für eine Sache war schon immer der erste Motivator für die Entwicklung großartiger Ideen. Weiterlesen

„Wer sich zuerst bewegt, hat verloren“ – Fachmedien in den Spannungsfeldern ihrer Existenz

Mal ganz pauschal: Fachmedien hätten ja eigentlich euphorischer auf die Digitalisierung der Medien reagieren können. Fachinformation und Internet – da fächern sich doch die Optionen nur so auf: Targeting, Communities, Long-Tail-Geschäftsmodelle, exklusive Datenbanklösungen, Lead-Generierung, E-Conferencing, E-Learning – alles inzwischen out of the box, vom User gelernt, gewünscht, vermisst. Kein Grund über Dinosaurier-Mentalität zu unken. Fachmedien existieren häufig in einer Art „Mediatop“, dessen Ökosystem auf einer sensiblen Balance diverser Einflussnehmer beruht. Weiterlesen

Traurige Wahrheiten über das böse K-Wort

KONTROLLE ist die offene Wunde traditioneller Medienmacher: Wie pockenartige Eiterbeulen befällt Kontrollverlust Inhalte, Rechte, Erlösmodelle, Kommunikation, Zielgruppen, Vertrieb, Preisgestaltung etc. Man hat sich fast an das bereits Jahrzehnte währende Hintergrundrauschen der immer gleichen Argumente gewöhnt, diverse Dissertationen und brave Diplomarbeiten haben diesen Komplex ebenfalls gründlich aufgearbeitet, während die einschlägig bekannten Akteure auf diversen Medienkonferenzen regelmäßig den Ritus der Anrufung von Staat, Recht und Moral zelebrieren. Fazit: Es hilft nicht. Die digitale Welt dreht sich ungerührt weiter. Weiterlesen

Das „soziale Buch“ und seine Anforderungen an Verlag und Autor

Die klassische Rolle der Verlage als Gatekeeper, die ein Inhalteangebot sondieren, selektieren, optimieren und zu erfolgreichen Produkten entwickeln, wird sich auch in den Zeiten des digitalen Selfpublishings nicht wandeln. So der heute häufig flüssig formulierte Tenor einschlägiger Debatten über die Effekte einer sich entwickelnden Selfpublishing-Kultur.

Dagegen hält die These: Die neue Form einer hoch vernetzten Graswurzelkonkurrenz entfaltet ihre Wirkung außerhalb der klassischen Distributions- und Marketing-Kanäle, in einer Umgebung, in der neue Player zu neuen Bedingungen Reichweiten generieren und in der Verlage in Zukunft eine marginale Rolle spielen werden (Felix Schwenzel).

Diese beiden Positionen plustern sich auf den ersten Blick als Pro und Contra zu der nur noch halb-provokanten Frage auf: „Brauchen wir noch Publisher?“ Die Wahrheit liegt – wie meistens – auf einer weniger akademischen, sondern vielmehr praktischen Ebene: Autoren und Verlage müssen mit der Entwicklung diversifizierter, digitaler Publikationsformen neuen Anforderungen genügen, die weder durch bestehende Aufgabenverteilungen im Publishing-Prozess, noch durch Honorierungsmodelle, noch durch klar umrissene Refinanzierungsmodelle dekliniert worden sind. Weiterlesen