Schlagwort-Archive: Strategie

Convenience-Strategien machen schnell satt, aber auf Dauer krank

5 Gründe oder mehr, warum Strategien nicht aufgehen – ein Waschzettel. Ein (Medien-)Unternehmen goes digital. Das ist die Strategie. Das hat ein VR aus Juristen, Treuhändern und häufig branchenfremden Stakeholdern so beschlossen. Das klingt vernünftig. Daraus folgt die Gleichung: Digital = neue technische Lösungen  -> neue Systeme müssen her  -> ITler an Bord  -> neue Produkte. Eine Tiefkühlpizza lässt sich kaum schneller auf den Tisch bringen, stecken gut ausgebildete, technisch versierte Menschen doch voller guter Ideen über das technisch Machbare – heutzutage via vorhandener Plattformlösungen fast aus der Konserve. Weiterlesen

Viel zu beschäftigt für Innovation

Letztens schlich ich auf der Autobahn wieder einmal kilometerlang einem selbstversunkenen Linksfahrer hinterher. Die meditative Fahrweise gab mir Gelegenheit, zu diversen Szenarien in der Arbeitswelt abzuschweifen, in denen das Ausblenden anderer „Verkehrsteilnehmer“ ebenso selbstverständlich geworden ist. Weiterlesen

Innovatoren auf der Bremse oder „in den 90ern war alles besser“

Mir sind in den letzten Jahren immer wieder Kollegen begegnet, die als ehemalige Vordenker und –kämpfer für digitale Geschäftsmodelle in ihren Verlagen allmählich diese unangenehme Attitüde der Entrechteten und Übergangenen an den Tag legen. Man nimmt ihnen Kontrollbefugnisse, beschneidet Kompetenzen und macht ihnen neuerdings Vorschriften. Der sorgfältig gehegte und durchlittene halbprivate Abenteuerspielplatz der „Internetverantwortlichen“ und „Webmaster“ wird zu einer öffentlichen Veranstaltung. Weiterlesen

Tools und Basis-Know-how zur Geschäftsmodell-Entwicklung: „Business Model Generation“ – eine Buchempfehlung

„Ich will endlich funktionierende Geschäftsmodelle kennenlernen!“ Diesen Satz höre ich in fast jedem Seminar, bei jedem Kongress und sonstigen Zusammenkünften von Verlagsmitarbeitern – seit Jahren.

Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Leichtigkeit einerseits dieser Begriff Geschäftsmodell verwendet wird, und wie häufig andererseits im Verlagsgeschäft Ansätze und Ideen versanden oder gegen die Wand gefahren werden. Was mit Geschäftsmodell gemeint ist, bleibt oft im Nebel. Selten kommt eine holistische Sicht auf das Spektrum der Anforderungen an solche Modelle zum Vorschein. In der Regel soll es einfach um gute Beispiele aus anderen Verlagen gehen. Gute Beispiele gibt es ja nun viele, aber was heißt das schon? Was in dem einen Haus als Erfolg gewertet wird, kann in einem anderen Unternehmen schnell abgehakt sein. Und so ist man nach einer Revue guter Beispiele vielleicht inspiriert, ein Geschäftsmodell jedoch verlangt mehr als gute Produktideen. Weiterlesen

Kulturwandel folgt auf Veränderung – nicht umgekehrt

„Unternehmen müssen ihre Kultur verändern“. Gut, dass wir darüber einmal sprechen. Was genau muss sich denn ändern? Mögliche Antworten: „Mehr Transparenz! Weniger Kontrolle! Mehr Aufgeschlossenheit! Flachere Hierarchien! Mehr Eigenverantwortung! Mehr Vernetzung! Modernere Technik!“ Diese Liste ließe sich noch um viele weitere Punkte erweitern, aber das bringt so nichts. Weiterlesen

Forum Zukunft – Kommentar zur Zukunftskonferenz 2011: Eine Branche ohne Visionen?

Ich darf sagen ich war überrascht. Überrascht von offenen Diskussionen, die nicht zuletzt aufgrund der Präsenz fast aller Branchenvertreter und der Repräsentanten aus Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung und unterschiedlicher Aufgabenprofile und Generationen ungewöhnlich lebendig, offen und kompetent geführt wurden. Solche Situationen sind selten. Weiterlesen

Geschäftsmodell-Entwicklung: Innovation, Inspiration oder Infarkt?

Innovationen sind mehr als gute Ideen. Sie müssen sich als komplexe Geschäftsmodelle bewähren. Geschäftsmodell-Entwicklung bedarf heute fortwährender Hinterfragung und Nachbesserung. Jedes existierende Geschäftsmodell ist ein Prototyp des Folgenden. Eine fragile Balance zwischen Dynamik und Kontinuität.* Weiterlesen

„Wer sich zuerst bewegt, hat verloren“ – Fachmedien in den Spannungsfeldern ihrer Existenz

Mal ganz pauschal: Fachmedien hätten ja eigentlich euphorischer auf die Digitalisierung der Medien reagieren können. Fachinformation und Internet – da fächern sich doch die Optionen nur so auf: Targeting, Communities, Long-Tail-Geschäftsmodelle, exklusive Datenbanklösungen, Lead-Generierung, E-Conferencing, E-Learning – alles inzwischen out of the box, vom User gelernt, gewünscht, vermisst. Kein Grund über Dinosaurier-Mentalität zu unken. Fachmedien existieren häufig in einer Art „Mediatop“, dessen Ökosystem auf einer sensiblen Balance diverser Einflussnehmer beruht. Weiterlesen

E-Book Learnings 2010 – Ergebnisse der 3. E-Book-Konferenz der Akademie des Deutschen Buchhandels

Das dichte Vortragsprogramm der 3. E-Book-Konferenz der Akademie des Deutschen Buchhandels vermittelte einen Snapshot der Entwicklungen rund um das Thema E-Book in Deutschland. Vorausgeschickt sei Entwarnung: Das stationäre Geschäft wird in Deutschland noch einige Jahre relativ unbeeinträchtigt von der Digitalisierung eine Hauptrolle spielen (Dr. Klaus Driever, Weltbild). Das rege Teilnehmerinteresse signalisierte dennoch Dringlichkeit und Bedürfnis nach Orientierung. Aber warten die Leser wirklich auf Apps und Enhanced E-Books? Weiterlesen

Aufwärmen statt warm anziehen – Online-Medien-Kompetenz im Verlag organisch entwickeln

Viele Marketing- und Kommunikationsabteilungen und sogar Redaktionen haben sich aus verschiedenen Gründen sehr zurückgehalten bei der Entwicklung spezifischen Know-hows über das Publizieren in digitalen Medien.

Mit Teams, denen Grundlagenwissen, Selbstvertrauen und Erfahrung fehlt, neue digitale Produkte zu entwickeln, die möglicherweise noch einen höheren Komplexitätsgrad als traditionelle Produkte aufweisen, sind neue Projekte häufig für alle Seiten frustrierend – für das Team selbst, für das Management und für die Dienstleister.

Die Folge einer solch schwierigen Ausgangssituation sind dann zu lange Entwicklungszeiten, zu viele Nachbesserungswünsche, Diskussionen um Lösungen und Kosten, Schuldzuweisungen an die Technik und leider schließlich auch  erfolglose Einzelprodukte, die zudem in der Entwicklung mehr Ressourcen benötigt haben, als ursprünglich geplant war. Weiterlesen

Fallbeispiel: Aufwärmstrategie „Bloggen statt Portal“

Die Redaktionsteams eines Fachzeitschriftenverlages steckten fest. Seit Stunden saßen sie mal wieder in einem Meeting und diskutierten die Entwicklung eines neuen, großen Informationsportals. Wie immer ging es um Zuständigkeiten und die Frage, wie das wohl technisch zu lösen sei. Weiterlesen

Kleingarten Online-Abteilung?

Wer kennt nicht mindestens eine Schauergeschichte dieser Art: Hunderttausende wurden seit den neunziger Jahren für obskure Contentmanagementsysteme oder überdimensionierte und mit den Jahren nicht mehr administrierbare Datenbankkonstrukte verbrannt. Oder man beschäftigte jahrelang Programmierer oder so genannte Webpublisher, die zwar nach besten Kräften wirken, aber keiner versteht eigentlich so genau, was diese Leute treiben und was das unterm Strich bringt. Oft sind inzwischen aus den ehemaligen Innovationstreibern frustrierte Einzelkämpfer mit sauber abgesteckten Kleingärten geworden. Von der wirtschaftlichen Effektivität solcher jahrelangen Engagements ganz zu schweigen. Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Das Wesentliche herausarbeiten

Das Basisgeschäftsmodell muss in der Online-Strategie klar formuliert werden. Seine Erfolgsfaktoren sind Maßstab und Triebfedern aller Initiativen im Unternehmen. Ohne diesen Schub fallen neue Ideen gar zu schnell der immensen Bremswirkung langjähriger Routinen zum Opfer. Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Ein Phasenmodell

Medienunternehmen sind mit ihren Online-Produkten selten originell. Echte Innovationen werden seit Jahren von technologie-getriebenen Unternehmen geleistet. Medienunternehmen adaptieren dann Applikationen oder kaufen vorhandene Plattformen wie beispielsweise StudiVZ. Es gibt also keinen Grund, originell zu sein. Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Einschätzung des eigenen Potenzials

Gerne werden Strategiesitzungen eingeläutet mit der beliebten Methode „Zielkreuz“. Hier geht es um die durchaus zentralen Fragen: Wozu tun wir das? Für wen tun wir das? Was soll in der zu Verfügung stehenden Zeit erreicht werden? Woran messen wir das Ergebnis? Bei Online-Projekten dreht sich jedoch das Meiste um die Frage: Können wir das? Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Identifikation und Bewertung genutzter Online-Services

Die Definition von direkter und indirekter Konkurrenz zum eigenen Medienangebot ergibt sich in der Regel aus der Wahrnehmung der redaktionellen Nähe zu anderen Medien sowie aus der Wahrnehmung von Anzeigenkunden, die einem Medium einen bestimmten Platz im Marketingmix zuweisen – ggf. unterstützt von diversen Marktstudien. Weiterlesen

In 7 Schritten zu einer Online-Strategie: Das Nutzungsprofil

Während sich Schritt 1 dieser Vorgehensweise die Leser kategorisierte und Schritt 2 eine Übersicht über die Mischung von Informationskanälen und ihren Erlösquellen im Konkurrenzumfeld herstellte, soll Schritt 3 eine Nahaufnahme des Nutzungsprofils – im Unterschied zum Nutzerprofil! – vornehmen. Weiterlesen